Rekapitulation - Die Anten und Sklavenen in der Byzantinischen/Oströmischen Geschichtsschreibung

 Rekapitulation - Die Anten und Sklavenen in der Byzantinischen/Oströmischen Geschichtsschreibung

 Die Slawen gab es für die Byzantiner nicht. Im Gegenteil zu ihren westlichen Verwandten, welche die Veneter kannten, pflegten sie lieber den Kontakt mit den Anten und Sklavenen. Wie nun schon dutzende Male festgestellt, handelt es sich bei den Sklavenen um eine Bewegung, bestehend aus verschiedenen kleinen Aufständischen-Gruppen, die Anten ein Staat.

Da es in meinen bisherigen Posts vorzugsweise um diese Frage ging - Anten und Sklavenen im Auge der Oströmer - möchte ich es in diesem Post vereinen.

Die Anten

Die Anten waren in den Augen der Byzantiner ein Staat. Dieser bestand bereits im im Jahre 375 n. Chr., eventuell bereits früher. Als Quellen dienen uns Jordanes der Boz als König der Anten nennt, Prokopios von Caesarea nennt ebenfalls die Anten. Bei antiken Chronisten muss man aber, genauso wie bei allen anderen, den Hintergrund bedenken. So genaue Details wie die beiden ebengenannten Chronisten nennen, konnten sie garnicht wissen. Dennoch kennen beide ein Volk mit dem Namen Anten.

Als Argument, die Anten seien bloß ein loser Verbund gewesen (Prokopios), lässt sich mit Fakten leicht widerlegen. Erstens widersprechen ihm (Prokopios bzw. Prokop) fast alle seine Zeitgenossen und chronistischen Kollegen. Jordanes beschreibt sie als eine strukturierte Gesellschaft mit einem König. Ähnlichen berichtet Menander Protektor. Außerdem, wieso sollte ein Weltreich wie die Byzantiner eines waren, mit Nomaden Geschäfte machen? Immerhin waren der Feldherr Dabragezas Ante, und die Anten hatten sogar einen Abgesanten in Byzanz, namentlich Mezameros.

Die Argumentation, Anten seien keine Slawen, ist vorne und hinten unhaltbar. Es gibt absolut keinen einzigen Beweis, nicht einmal ein Indiz für eine nicht-slawische Herkunft der Anten. Wer im 21. Jahrhundert die antiken Makedonen, die Phryger, Trojaner und Etrusker genauso wie die Illyrer und Pelasger nicht als Slawen betrachtet, dem soll es verziehen sein. Forschungen in diese Richtung sind noch relativ leise, aber wer heute noch die slawische Abkunft der an der Weichsel wohnenden Veneter, den Sklaviniern und den Anten abspricht, dem ist in keinster Weise mehr zu helfen, zu stark ist die slawische Abkunft gefestigt.

Fazit zum 15.02.2021: Die Anten sind definitiv Slawen, erst die Inkompetenz Deutscher Übersetzer und Historiker machte es möglich daran zu zweifeln.

Die Sklavinier

Hier möchte ich mich diesmal kurzfassen. Ich vermute es ist einleuchtend, dass es sich nach byzantinischen Schriftstellern, bei den frühen Sklavenen, unmöglich um einen Staat handeln konnte. Daurentius führte eine Armee gen Byzanz, es folgten Chatzon (Hacon) und Perbundos.

Ende

Das ist nun Grundlage für meine nächsten Posts. Die Problematik bei Wikipedia ist ganz eindeutig die Quellenlage. Es tauchen meisten unwissende Deutsche (Pseudo-)Wissenschaftler auf, oder (im englischem) wird auf Curta verwiesen. Curta sieht die ganze Sache aber gänzlich anders, er hat zwar Recht, aber seine Sätze werden dort völlig aus dem Kontext gerissen. Curta sagt nämlich nicht, dass es sich bei den Anten um keine Slawen handelt, sondern dass es sich bei den Anten um keine Sklavenen handelt. Dieses Debakel Deutscher Natur (aka Deutsche Qualitätsübersetzungen), habe ich aber bereits desöfteren angesprochen. 

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